Einen Raum für die frühe Kindheit zu gestalten bedeutet, eine Verantwortung zu übernehmen, die über Architektur hinausgeht. Es erfordert das Verständnis von Entwicklung, Körper, Bindung und Zeit.
Der zweite Standort von Oleica Jiménez entsteht als natürliche Weiterentwicklung des ersten Raums für Kinder von 3 bis 18 Monaten, bei dem das Design nicht nur auf neue Dynamiken, sondern auch auf ein tieferes Verständnis der Begleitung in der frühen Kindheit reagieren musste.
Bevor wir entwarfen, beobachteten wir. Wir analysierten die tatsächlichen Bedürfnisse der Familien und Kinder, die bereits den ersten Standort besuchten, und übersetzten die von Oleica und ihrem Team entwickelten systematischen Stimulationsmethoden in den Raum.
Das Ziel war klar: die Werte der Marke durch Architektur widerzuspiegeln, ebenso wie das methodische Wesen ihrer täglichen Arbeit.

Entwerfen aus multidisziplinärer Synergie
Dieses Projekt entstand aus einer wirklich multidisziplinären Zusammenarbeit, in der architektonisches Design ständig im Dialog mit Pädagogik, Neurowissenschaft und der Beobachtung kindlicher Entwicklung steht.
Der räumliche Entwurf vereint zwei einander ergänzende Perspektiven: Momente freier Bewegung, in denen das Baby Protagonist ist und Lernen spontan durch Anregungen und Erkundungen entsteht; und eine stärker gehaltene, geführte Struktur mit präventivem Ansatz, basierend auf den erwarteten Fähigkeiten und Interessen jeder neurologischen Phase.
Der gesamte Raum ist um eine zentrale Prämisse herum gestaltet: die Familie als Kern, anerkannt als das wichtigste Team in der frühen Kindheit.

Plattformen für neuromotorische Entwicklung
(Das Herz des Projekts)
Inspiriert von der Pikler-Pädagogik haben wir gezielt entworfen, was wir Plattformen für neuromotorische Entwicklung nennen — die wahren Protagonisten dieses neuen Raums.
- fördern Autonomie
- unterstützen motorische Entwicklung und freie Bewegung
- ermöglichen vielfältige Fortbewegungsformen
- fördern körperbasierte Entscheidungsfindung
- unterstützen die Risikoeinschätzung
- entwickeln Propriozeption und Gleichgewicht
Eine der wichtigsten Entscheidungen des Projekts war seine Rekonfigurierbarkeit. Die Plattformen lassen sich je nach Aktivität verschieben und neu anordnen — ein flexibles, kreatives Werkzeug für das Team von Oleica und stets neue Erfahrungen für die Babys.

Dialog zwischen pädagogischen Methoden
Aus der Montessori-Methodik greifen wir erneut die Stützstange auf, organisch zusammen mit der Holzplattform entworfen, damit das Baby Bewegung in seinem eigenen Maßstab erkunden kann. Der Spiegel begleitet diese Erfahrung und hält die Wahrnehmung des eigenen Körpers stets präsent.
Der Waldorf-Ansatz spiegelt sich in der Bedeutung von Spiel, Kunst und Naturverbundenheit wider. Der Raum ist strategisch mit starkem Bezug zum Außen und großem natürlichen Lichteinfall platziert, was die Verbindung zur Umgebung stärkt.
Ergänzt wird dies durch musikalische Stimulation nach Edwin Gordons Music Learning Theory, bei der rhythmische und sensorische Erfahrungen aktive Unterstützung durch die Plattformen für Bewegung und Erkundung finden.

Nachhaltiges Vermächtnis mit tiefer sozialer Innovation
Eines der innovativsten Elemente dieses zweiten Standorts ist die Einbeziehung eines nachhaltigen Tauschraums für Babykleidung und Spielzeug.
Dieses Konzept, im Land noch ungewöhnlich, ermöglicht es Familien, Gegenstände, Kleidung und Schuhe frei zu tauschen — und fördert eine Kultur der Wiederverwendung, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit.
Die Idee entspringt einer europäischen Perspektive — besonders präsent in Deutschland, wo wir uns befinden — und möchte neue Sichtweisen auf den Konsum in der frühen Kindheit eröffnen.


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